Haben Wochenend-Sportler die Schäden in der Gudrun-Pausewang-Grundschule hinterlassen?
Burgdorf.
Zerstörte Deckenplatten, abgerissene Papierspender auf den Toiletten, verschmierte Fäkalien, ein Berg Zigarettenkippen: Seit ein paar Wochen hinterlassen laut Stadt vermutlich Sporttreibende bei Wochenend-Veranstaltungen Vandalismusschäden in der Sporthalle und den angrenzenden Trakten der Gudrun-Pausewang-Grundschule. Angesichts der Ausmaße hat die Stadt Burgdorf jetzt die Reißleine gezogen und die Vorfälle öffentlich gemacht. Festgestellt wurden die Zerstörungen und Verschmutzungen jeweils Montagmorgen.
Wer für diesen Vandalismus infrage kommt, ist laut Stadtverwaltung unklar. Das Hallenbuch, eine Art Logbuch, in das sich Vereine oder Organisationen bei Nutzung der Halle eintragen sollen, ist nur unzureichend geführt. Der letzte Eintrag stamme aus der ersten Hälfte 2025, so die Stadt. Eine genaue Zuordnung der Schäden zu einzelnen Vereinen sei damit schwierig.
Nicht ausgeschlossen werden könne aber auch, dass Unbefugte die Halle betreten hätten. Weiteres Dilemma: Hausmeister seien an den Wochenenden nicht mehr durchgängig im Dienst und würden Veranstaltungen nicht von morgens bis abends begleiten, so die Stadtverwaltung weiter.
Im Sportausschuss sagte der Erste Stadtrat Michael Kugel, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele, sondern um ein über mehrere Wochen immer wieder aufgetretenes Phänomen. Die Stadt notierte bislang 39 zerstörte Deckenplatten, zerstörte Deckenbeleuchtung, einen defekten Wasserhahn in der Toilette. Und: Obwohl auf dem gesamten Schulgelände, auf dem sich auch die Halle befindet, ein Rauchverbot herrscht, befand sich vor der Halle ein Berg von Zigarettenstummeln.
Künftig soll über Anmietung genau Buch geführt werden
Besonders unappetitlich: In den Sanitäranlagen haben die Unbekannten Fäkalien hinterlassen, Papier wurde in die Toiletten gestopft, Papierhalter abgetreten, Müll liegengelassen. „Da will keiner mehr rein“, so Henry Bar, der Abteilungsleiter für Schulen, Kultur und Sport. Der Schaden sei jedes Mal so immens gewesen, dass die Reinigungskräfte die Schäden im Rahmen ihres Zeitkontingents kaum beseitigen könnten. „Andere Unterhaltungsmaßnahmen müssen dann hinten anstehen“, so die Stadt.
Nach Angaben von Michael Kugel gibt es keine Auflistung der Schadenshöhe, die Schäden habe man jedes Mal beseitigt. Immerhin weiß die Stadt, welche Vereine oder Organisationen die Sporthalle in der Vergangenheit angemietet haben, sie will die Stadt nun befragen. Sollten die Verursacher tatsächlich ermittelt werden, schließt die Stadt eine Nutzungsuntersagung für die Vereine grundsätzlich nicht aus. Dies gilt auch für die Kostenerstattung. Und: Künftig soll über die Anmietung der Sporthalle genau Buch geführt werden.
„Wir waren es nicht!“
„Dass so etwas nicht schön ist, da brauchen wir nicht zu diskutieren“, sagt Thorsten Volkmann, der Sportwart der TSV Burgdorf und stellvertretender Leiter der Faustballabteilung ist, über die Beschädigungen. Für ihn gehöre es dazu, sich zu vergewissern, dass die Halle sauber sei. Die Faustballer nutzen die Halle freitags, die Spiele am Wochenende finden in der Halle des Gymnasiums statt. „Wir sind da völlig raus“, sagt Volkmann. „Ich kann nur sagen: Wir waren es nicht.“
Warum die Stadt die Übeltäter noch nicht ausfindig machen konnte, stößt bei Volkmann auf Verwunderung. „Es ist mir unerklärlich, warum die Stadt den Verursacher nicht findet“, sagt er. „Wir tragen uns ein“, so der Sportwart über das Logbuch. „Es wundert mich, warum es heißt, da sei kein Eintrag.“ Zudem verweist er auf Hallenbelegungspläne, mithilfe derer die Stadt die Verursacher leicht ermitteln können müsste.
Quellenangabe: Burgdorf/Uetze vom 13.03.2026, Seite 1
Der Beitrag ist verfügbar bis Montag, 13. September 2027.




